Ein Runder Tisch mit Notizen

© Museum am Bach

Wissen teilen, Macht verteilen – Co-Creation in der Forschung

Überblick

  • Mit dem Projekt „Organising Co-Creation“ sollten Räume für echten Wissenspluralismus geöffnet werden.
  • Am Beispiel des Action for Sustainable Future Hub wurden die organisatorischen Dimensionen der Co-Creation in Forschungsorganisationen untersucht.
  • Das Projekt zeigt, wie institutionalisiertes und nicht-institutionalisiertes Wissen aufeinandertreffen können und dass es dafür zusätzliche Ressourcen für Beziehungs- und (Für-)Sorgearbeit braucht.

Wie kann Co-Creation gelingen, wenn unterschiedliche Formen von Wissen aufeinandertreffen – akademisch, zivilgesellschaftlich, erfahrungsbasiert? Und was bedeutet es, wenn Forscher*innen nicht nur beobachten, sondern Teil eines Projekts werden? Das Forschungsprojekt „Organising Co-Creation“ des Instituts für Wissenschafts- und Technikforschung der Universität Wien hat genau das untersucht: Wie lässt sich gesellschaftliches Engagement in der Forschung verankern? Am Beispiel des Action for Sustainable Future Hub zeigt sich, wie viel Beziehungsarbeit, Reflexion – und auch Mut – es braucht, um Hierarchien des Wissens wirklich aufzubrechen.

In den letzten Jahren wird verstärkt darüber diskutiert, welchen Stellenwert Expert*innenwissen in einer zunehmend komplexen Gesellschaft einnimmt. Auch innerhalb der Wissenschaft wächst das Interesse daran, neu zu reflektieren, was unter Fachwissen verstanden wird, wer es besitzt und wie sich verschiedene Wissensformen gegenseitig ergänzen können. Gleichzeitig gibt es nun schon seit einigen Jahrzehnten die Forderung, die Öffentlichkeit stärker in wissenschaftliche und umweltpolitische Entscheidungen einzubeziehen – etwa durch Bürger*innenbeteiligung. Dabei soll es um echte Mitbestimmung und Co-Creation von Wissen gehen.

Vor diesem Hintergrund hatte das Forschungprojekt „Organising Co-Creation: Integrating Societal Involvement in Research Organisations“ des Instituts für Wissenschafts- und Technikforschung der Universität Wien zum Ziel, sogenannte epistemische Hierarchien aufzubrechen. Es ging darum, Räume für echten Wissenspluralismus zu öffnen. Räume, in denen vielfältige Formen von Wissen einen Wert haben und anerkannt werden – nicht nur rein akademisches Wissen. Wissen aus der Zivilgesellschaft sollte stärker in den Mittelpunkt gestellt und so die „Wissensmacht“ gerechter verteilt werden.

ASF Hub: Gemeinsam nachhaltige Lösungen finden

Am Beispiel des „Action for Sustainable Future (ASF) Hub“ untersuchten die beiden Sozialwissenschafterinnen Sarah Davies und Ariadne Avkıran mittels ethnografischer Begleitforschung über einen Zeitraum von zwei Jahren die organisatorischen Dimensionen der Co-Creation in Forschungsorganisationen. Im Rahmen des ASF Hub, einer Kooperation zwischen dem Open Innovation in Science (OIS) Center der Ludwig Boltzmann Gesellschaft (LBS) und der Universität für angewandte Kunst Wien (UAAV), sollten für drängende gesellschaftliche Probleme nachhaltige Lösungen gefunden werden – unter Einbezug der Zivilgesellschaft. Die zivilgesellschaftlichen Akteur*innen von sechs ausgewählten Schlüsselprojekten, die von den Bürger*innen selbst ins Leben gerufen wurden und auch inhaltlich ineinandergriffen, setzen sich mit Aspekten von Nachhaltigkeit auseinander und entwickelten konkrete Lösungen mit hoher gesellschaftlicher Relevanz. So fanden sich im Projekt „Zukunftsrat Verkehr“ große Gruppen von Menschen aus unterschiedlichen Hintergründen zusammen, um sich neuen Ansätzen für ein nachhaltiges Verkehrskonzept in der Region des östlichen Österreichs zu widmen. Im Projekt „Re:fiction Radio“ etwa kamen Menschen in und um Flüchtlingslager und Fluchtrouten zu Wort. 

Der ASF Hub wiederum begleitete die Projekte mit einem vielfältigen Unterstützungsprogramm. Davies und Avkıran gingen der Frage nach, wie sich die Vision von gesellschaftlichem Engagement und offener Innovation in der Wissenschaft materialisiert und wie sie in organisatorische Praktiken umgesetzt werden kann. Grundprinzip des Hubs war der Wert transdisziplinärer Zusammenarbeit sowie das gemeinsame Schaffen von Wissen durch akademische Forscher*innen und (zivil)gesellschaftliche Akteur*innen. Für Davies und Avkıran waren die zwischen 2021 und 2023 im ASF Hub umgesetzten sechs Projekte also Gegenstand ihrer eigenen Forschung.

Im Laufe der zwei Jahre, in denen der ASF Hub aktiv war, haben die Forscherinnen die Aktivitäten des Hubs mitverfolgt und an diesen teilgenommen. „Wir haben verschiedene Personen in ihre Räumlichkeiten begleitet und uns unterschiedliche Orte angesehen. Ich habe an allen Veranstaltungen des Hubs teilgenommen, auch an den Sitzungen, in denen Entscheidungen getroffen wurden. Zudem habe ich Interviews mit sehr unterschiedlichen Akteur*innen geführt, um ihre Perspektiven zu verstehen“, berichtet Avkıran. Konkret führten die Forscherinnen 14 Interviews durch, verfassten Feldnotizen über die teilnehmende Beobachtung von rund 30 Treffen und Veranstaltungen sowie Gesprächen, sammelten Online- und andere Formen der Dokumentation rund um den Hub und analysierten diese. „Es gab eine organisatorische und eine eher zwischenmenschliche Ebene. Wir haben versucht, so viele Aspekte wie möglich abzudecken, was keine leichte Aufgabe ist“, ergänzt Avkıran.

Beziehungsarbeit, die leicht Gefahr läuft, nicht gesehen zu werden, war ein wichtiger Teil im Rahmen der Feldforschung. Das war vor allem zeitlich ein hoher Aufwand, der allerdings essenziell war – und sich lohnte. Ariadne Avkıran erzählt dazu: „Präsenz war der wichtigste Aspekt meiner empirischen Arbeit. Ich nahm an Meetings und Veranstaltungen teil. Das fühlte sich für mich als Begleitforscherin ganz natürlich an und es war mir wichtig, auch Teil des Projekts zu sein. Ich habe mich nicht außerhalb des Hubs positioniert.“ Möglich war dies allerdings auch dank der Fürsorgearbeit, die die Projektkoordinatorin des Hubs leistete und damit ein stets willkommen-heißendes Umfeld schuf. Am Ende verfassten Davies und Avkıran einen Bericht und wissenschaftlichen Artikel, in dem sie betonen, dass genau dieses zwischenmenschliche Feingefühl notwendig ist, um bestehende Wissenshierarchien aufzubrechen. Stets bemüht um eine Begegnung auf Augenhöhe, gab es auch informellen Austausch zwischen den Wissenschafter*innen und den Akteur*innen des ASF Hub über das Gelernte.

Rollenverständnis und Rollenverhandlung als Herausforderung

Projektleiterin Sarah Davies beschreibt als eine der wesentlichen Herausforderungen im Projekt die Rollenverhandlung: „Was soll unsere Forschung leisten? Wie stark wird das Forschungsprojekt von Forschungsinteressen getrieben? Wie stark wird es von unmittelbaren Bedürfnissen des Projekts getrieben? Mit diesen Fragen mussten wir uns auseinandersetzen“, erklärt Davies.

Um die eigene Rolle als Forscherin zu finden, brauchte es viel Selbstreflexion. Avkıran erzählt: „Ich dachte viel über meine eigene Rolle nach. Es gab Situationen, in denen ich eigentlich nur zuhörte – aber in bestimmten Momenten wurden mir Fragen gestellt. In solchen Situationen musste ich überlegen, ob ich antworte oder nicht.“ Ganz klar versuchte sich die Forscherin von Bewertungen oder von Entscheidungsfindungen abzugrenzen: „Ich habe mich in Momenten, in denen ich um eine Bewertung gebeten wurde, dagegen entschieden. Es war mir wichtig, klarzustellen, dass ich nichts bewerte, im Sinne von ‚das ist eine gute Entscheidung‘ – ‚das ist eine schlechte Entscheidung‘“, sagt Avkıran. Und Davies ergänzt: „Wir wollten eine gewisse Unabhängigkeit in unserer Analyse haben und nicht vollständig an den Entscheidungen oder Diskussionen beteiligt sein, sondern Abstand gewinnen, um wirklich untersuchen zu können, was passiert.“

Begleiten, aber nicht zur „Trophy Wife“ werden

Die Rolle der Forscherinnen bestand nicht darin, zu evaluieren, sondern zu forschen. Daher sei viel darüber gesprochen worden, dass es sich um ein Forschungsprojekt handelte und die Wissenschafter*innen keine Evaluierung machen würden, betont Davies. Außerdem wollten die Forscherinnen vermeiden, dass ihre Forschung zum „Trophy Wife“ wird, dass also ihre Begleitforschung nur dem Zweck dient, das Projekt aufzuwerten, also „gut aussehen“ zu lassen – aber nicht wirklich mitdenken darf.

Die Herausforderungen rund um die eigene Rolle wurden im Laufe des Projektes komplexer, da die Forscherinnen Beziehungen, teils Freundschaften, zu ihren Forschungspartner*innen aufbauten. Mit der Zeit verspürten Davies und Avkıran zunehmend den Wunsch zu helfen, Erkenntnisse zu teilen und die Erfolge des Hubs zu feiern. So entstand ein Spannungsfeld zwischen dem Versuch, den ASF Hub nicht zu bewerten – und dem gleichzeitigen Interesse und Wunsch, Feedback zu geben.

Das eigene Rollenverständnis bzw. die Rollenverteilung und auch die Auseinandersetzung mit dem Zweck der Forschung war jedoch keine einmalige Entscheidung, sondern ein ständiger Prozess. Die Wissenschafterinnen erkannten für sich die Notwendigkeit, mit den Herausforderungen zu leben und anzuerkennen, dass dadurch wiederum wertvolle analytische Erkenntnisse möglich wurden.

Avkıran unterstreicht auch, dass der Umgang mit Wissenspluralismus nicht einfach sei und es dafür von Forscher*innen andere Fähigkeiten brauche als für ein anderes Forschungsumfeld. „Insbesondere wenn nicht-akademische Akteur*innen zur Forschung eingeladen werden und Bürger*innen eine Forschungsfrage formulieren sollen, die aktuell und sehr relevant ist, dann ist es auch wichtig, ihnen zuzuhören und ihre Expertise anzuerkennen“, erklärt die Wissenschafterin. Voraussetzung dafür sei es, als Forscher*in auch über die epistemische Autorität von Forschungseinrichtungen und über Hierarchien nachzudenken und anzuerkennen, dass es anderes Wissen und andere Formen der Expertise gibt. Nicht-institutionalisiertes Wissen sei nicht „weniger Wert“.

Die Rolle als Beobachterin als ein „Hauch Kolonie“

Die ethischen Herausforderungen im Projekt waren direkt mit dem herausfordernden Rollenverständnis verbunden. Teil dieser kleinen Gemeinschaft zu sein, bedeutete für Forscherin Avkıran auch, ihre Handlungsfähigkeit zu nutzen, wenn sie Potenzial sah. So gab es einen Moment, in dem Avkıran bewusst etwas in die Gruppe einbrachte, von dem sie das Gefühl hatte, dass eine positive Wirkung haben könnte. „Ich wollte, dass meine Antwort etwas bewirkt. Ich wollte auf das Potenzial eingehen, das ich sehe. In diesem Moment empfand ich es als unethisch, mich nicht als Teil der Gruppe zu sehen. Ich hatte das starke Gefühl, dass die Rolle als ‚objektive‘ Beobachterin von außen einen Hauch kolonialer Ideologie in sich trug“, beschreibt Avkıran die Situation. „Wenn man institutionalisierte Forschung verkörpert, ist die Gefahr gegeben, dass man sich extraktiv und ausbeuterisch verhält, indem man sich holt was man braucht und dann wieder geht.“ Die Forscherinnen mussten daher immer wieder zwischen den sich selbst auferlegten Grenzen und der intentionalen Auflösung dieser pendeln.

Da persönliche Beziehungen der beteiligten Akteur*innen nicht nur für die Entstehung des Hubs wichtig waren, sondern auch die Zusammenarbeit mit den Wissenschafter*innen prägten, waren für Begleitforscherinnen Davies und Avkıran ein hohes Maß an emotionalem Engagement und emotionaler Herausforderung mit ihrer Arbeit verbunden. Das machte einen häufigen Austausch zwischen den beiden notwendig, um kontinuierlich und gemeinsam über den Fortlauf des Projektes zu reflektieren. Im Laufe der Zeit fühlten sich die beiden zunehmend als Teil der Community. Dennoch wirft Avkıran ein: „Es war nicht so, dass sich unsere Aktivitäten oder Beziehungen dramatisch verändert hätten. Wir führten weder eine Evaluierung durch noch änderten wir unsere Forschung. Doch die (Für-)Sorge um unsere Wissenschaft vermischte sich mit der (Für-)Sorge um den Hub. Wir wollten das Beste für diesen.“

Die Beziehungsebene brachte auch die Frage mit sich, wie mit Kritik umgegangen werden soll. Davies dazu: „Auch wenn uns das Projekt und seine Menschen sehr am Herzen liegen, wollen wir als Sozialwissenschafterinnen auch in der Lage sein, das Projekt zu beschreiben, auch kritisch zu analysieren.“ Beim Schreiben von wissenschaftlichen Artikeln zum Projekt mussten sich die Forscherinnen nicht nur mit der ethischen Frage auseinandersetzen, was aus dem Projekt öffentlich gemacht werden soll, ohne die Anonymität und Privatsphäre der Mitwirkenden zu gefährden, sondern auch klarstellen, dass ihr Forschungsobjekt nicht die Menschen waren, sondern das Zwischenmenschliche.

Gesellschaftlicher Impact bereits Teil der Zielsetzung

Bereits das Ziel des Projektes, offen für unterschiedliche Perspektiven zu sein und auch von Bürger*innen geleitete Projekte zu unterstützen und zu finanzieren, hatte eine gesellschaftlich relevante Bedeutung. Projektleiterin Sarah Davies dazu: „Unser Ziel war es zu verstehen, wie der ASF Hub funktioniert. Daraus wollten wir Erkenntnisse über Bürgerbeteiligung in der Forschung ableiten und dokumentieren, wie diese Visionen umgesetzt werden. Wir wollten zur Forschung und Praxis im Bereich Bürger*innenbeteiligung und Co-Creation beitragen.“ Der wichtigste Aufruf ist, bereits in der Planung und Organisation der dafür notwendigen Beziehungs- und emotionalen Arbeit mehr Ressourcen zuzuschreiben und entgegen institutionellen Strukturen stets flexibel zu bleiben, um Wissenspluralismus auch auszuhalten – denn womöglich stoßen konträre Bedürfnisse aufeinander.

Davies sieht im Projekt Potenzial für offenere Forschungsformen: „Durch dieses Forschungsprojekt besteht die Hoffnung, dass sich Wissenshierarchien verändern bzw. aufbrechen. Wir unterstützen mit unserer Forschungsarbeit Initiativen, die Bürger*innen Zugang zur Wissenschaft, die Teilhabe an Forschung und das Einbringen ihrer eigenen Expertise ermöglichen.“ Dafür sei eine erhebliche Umstrukturierung der Wissenschaftsstruktur erforderlich, da oft noch immer ein sehr ausgrenzendes Umfeld vorherrsche, so Davies. Nicht nur der Zugang sei eine Barriere, sondern auch die weitverbreitete, institutionalisierte Definition von Erfolg, z.B. in Form eines H-Index, oder Impact im Sinne eines messbaren Wandels. Beides sei begrenzt und zugleich begrenzend. Mittels Co-Creation als Forschungsmethodologie müsse man auch zulassen, dass Bürger*innen nicht nur eine Forschungsfrage mitgestalten, sondern auch mitbestimmen, was sich ändern könnte. Dabei entsteht am Ende etwas, das nicht auf die übliche Art „gemessen“ werden kann, aber dennoch in der Gesellschaft etwas bewirkt. „Daher hoffe ich, dass unsere Arbeit das Bewusstsein in Politik, Regierung und Förderkreisen für den Wert dieser offeneren Forschungsformen schärfen wird“, zeigt sich die Wissenschaftlerin zuversichtlich.

Auch auf Seiten des Action for Sustainable Future Hub zieht man eine positive Bilanz und sieht Potenzial für die Ausweitung von partizipativer Forschung. Projektkoordiantorin Dorothea Born: „Wir haben nie eine klassische Evaluierung angestrebt bzw. diese am Ende extern durchführen lassen. Für uns war die Begleitforschung sehr wertvoll, weil diese gleichzeitige innen- und Außenperspektive besondere Möglichkeiten bot, im Prozess zu lernen, manches zu adaptieren und vor allem auch einen analytischen Blick auf die eigene Arbeit zu bekommen.“[

Die Ergebnisse des Forschungsprojektes sind auf dreifacher Ebene relevant für die Gesellschaft. Avkıran dazu: „Wir können jetzt zum einen Fördereinrichtungen, zum anderen auch Interessengruppen und schließlich auch Forschungseinrichtungen im Allgemeinen, die sich für mehr gesellschaftliches Engagement in der Wissensproduktion einsetzen, wertvolle Informationen geben. Rund um den Diskurs von ‚Responsible Research and Innovation Governance‘ gibt es auch kleinere Empfehlungen an politische Entscheidungsträger*innen, die Dorothea Born, Leo Hosp und ich in einem Kommentar veröffentlicht haben.“ Auch die Wissenschaftskommunikation spielt eine Rolle für den gesellschaftlichen Impact. Avkıran dazu: „Ich hoffe, dass das, worüber wir schreiben von Koordinator*innen ähnlicher Projekte gelesen wird und so gut organisiertes bürgerschaftliches und gesellschaftliches Engagement in der Forschung unterstützt.“ Um solche Dialoggruppen zu erreichen, sei es auch wichtig gewesen, dass die veröffentlichten Artikel nicht in hochtheoretischen Fachzeitschriften erscheinen, sondern dort, wo sie von Praktiker*innen gelesen werden, unterstreicht Davies.

Auch die weniger formellen Auswirkungen dürfen nicht vergessen werden. Davies, die selbst weniger als ihre Kollegin Avkıran in die empirische Arbeit involviert war, sagt dazu: „Ariadne war aus meiner Sicht als Beteiligte sehr wertvoll für die Menschen, da diese mit ihr in einem vertraulicheren Rahmen über ihre Erfahrungen in den sechs Projekten sprechen und reflektieren konnten.“ Daher war einer der wirklich wichtigen Effekte die Anerkennung der Bedeutung der Perspektiven der Menschen, die am ASF Hub beteiligt waren. Davies: „Das sind Effekte, die vielleicht weniger greifbar sind. Darüber hinaus erhoffen wir uns aber natürlich auch langfristige Auswirkungen auf ähnliche Projekte – aufgrund der Ausarbeitungen und Empfehlungen, die wir geben.“ Die Legitimation und Bestätigung der am Projekt beteiligten Personen war jedenfalls ein sehr schöner Aspekt, das die Forscherinnen nicht unbedingt erwartet oder gesucht hatten. „Vielleicht sind solche Beziehungen selbst ein Ergebnis, das wertgeschätzt und angestrebt werden sollte“, so Davies abschließend. (kh)

Eckdaten zum Projekt

  • Projekttitel: Organising Co-Creation: Integrating Societal Involvement in Research Organisations
  • Laufzeit: 01/2022–12/2023
  • Projektteam: Sarah Davies (Projektleitung), Ariadne Avkıran
  • Beteiligte und Partner*innen: Open Innovation in Science Center, Universität für angewandte Kunst
  • Institut: Institut für Wissenschafts- und Technikforschung
  • Finanzierung: Ludwig Boltzmann Gesellschaft GmbH (LBG)

 Publikationen

  • Davies, S. R., & Avkıran, A. (2025). Expertise in/of co-Creation: The Care Work of Citizen Participation. Bulletin of Science, Technology & Society, 45(1–2), 3–13. https://doi.org/10.1177/02704676251353100
  • Hosp, L., Avkıran, A. S., & Born, D. (2025). Fostering actions for a sustainable future: critical reflections on the ‘ASF hub’ as a case study of experimental and innovative research governance. Journal of Responsible Innovation, 12(1), 2449274. https://doi.org/10.1080/23299460.2024.2449274